Salut, sagt man hier, wenn man sich gut kennt. Heute ein letzter Reisebericht.Entstanden durch den Besuch von Albans Familie. 🙂

Der Dnister

Wenn man ein Auto zur Verfügung hat, offenbart sich dir Moldawien noch einmal von einer anderen Seite-ohne Sowjetbauten.

Wer entdeckt die Eidechse?

Wenn du mit der mașină (originelles moldauisches Wort für Auto) 100 km nördlich aus der Stadt herausfährst, kommst du nach Țipova. Doch schon der Weg dahin wird dich bege

istern.  Die hohen, schon lange nicht mehr neue Neubauten der Stadt, schrumpfen zu niedlichen winzigen Häusern mit schrulligen Omas im Vorgarten. Während meines ganzen Jahres habe ich kaum Ziegen und Kuhherden gesehen- sie weiden versteckt in den Weiten der Felder.

Du passierst sogar ein Meer- ein Meer aus Sonnenblumen, welche für Öl gebraucht werden.

Hier auf dem Land hat man kein Auto, sondern Pferde, welche vor den Toren der Häuser auf ihre Besitzer warten.

Die Raut - sie fliest so langsam, dass man fast nicht die Richtung erkennt 😉

Țipova ist eine kleine erstaunlich helle Kirche. Dazu gehören die alten Höhlenkloster, welches bereits im 11. Jahrhundert als Zufluchtsort galt.Von hier aus sieht man den von der Stadt so weit entfernte, aber für Moldawien so typische Fluss Dnister. Bereits am anderen Ufer liegt Transnistrien.

Münchhausen war wohl mal in Bălți, einer Stadt in Transnistrien, welche eine sehr sehenswerde Burganlage hat. Ich empfehle Regenwetter 😀 keine Wüstenhitze

Am Fuße der Höhlen liegen versteckt kleinere und größere Wasserfälle- achtung die sind nur was für Insektenfreunde, ansonsten überlebt man diese Ausflüge nicht.

Auf dem Rückweg, wieder vorbei an Weinbergen und einer Landschaft wie im Auenland der Hobbits, kommst du an einer weiteren Sehenswürdigkeit vorbei- Orhei Vechi. Im Reiseführer findet man zu diesem Ort ein verblasstes, langweiliges Bild, welches null die Schönheit dieses Ortes zeigt. Auch hier gab es Höhlenkloster, eingeschlagen in einen Sandstein in dem man noch heute unzählige Muscheln aus Urzeiten sehen kann.

Architektur in Odessa

Wenn man am Hang steht und auft die Raut schaut, glaubt man nicht, in dem Land zu sein, was als hässlichstes Europas verschrien ist.

Weit, weit entfernt von der moldauischen Romantik, liegt hinter den Grenzen Transnistrien (übrigens immer freundliche Beamten; keine Ironie) die ukrainische Stadt Odessa.

Die Grenzerfahrungen bei 35 Celsius lasse ich mal lieber aus.

Odessa liegt direkt am Schwarzen Meer und ist durch seinen Hafen noch heute reich und wichtig.

Wer in Moldawien die kleinen Kaffees und den Charme eines Urlaubsortes vermisst wird hier fündig. Odessa ist wie Lviv eine Perle der Ukraine, jedoch russischer geprägt. Sowohl politisch als auch in der Sprache- ukrainisch hörten wir so gut wie nie.

ohne Worte … 😀

2014 kam es sogar zu Ausschreitungen und pro russische Demonstrationen. Einmal mehr Glück, durch diese Gassen spazieren zu dürfen. 🙂

„Gehe sofort auf die Hüften. Gehe nicht über Los. Ziehe keine 400 € ein…“

Vielleicht erinnerst du dich an Lviv? Dort wurde einst von einem Wiener das erste Kaffeehaus gegründet, und es gibt Lviver Schokolade. Genau diese tollen Läden gibt es in Odessa auch. Dazu Musik , tanzende Menschen und jede Menge Sonnenschein.Nur der Strand, da muss man etwas suchen. Für Muschelfreunde wie mich eigentlich ein Traum, aber bei Über 30 Grad bist du nun mal nicht alleine dort.

Odessa hat eine wunderschöne Moschee. Falls jetzt in euch die Wut aufkommt, weil ich diese Illuminatenkappe trage- ich bedecke meine Haare und Schultern auch in orthodoxen Kirchen. Es gibt Regeln in Gotteshäusern, an die habe ich mich als Tourist gefälligst zu halten. Das Gebäude fügt sich prima ins Stadtbild, ist aber bei weitem weniger pompös wie die Kirche der Stadt. Um die Ecke gibt es einen klasse Käseladen.

Eine kleine Grenzgeschichte gibt es dann doch noch- hinter dem Grenzübergang zwischen Transnistrien und der Ukraine steht ein unscheinbarer Markt mit Obst und Gemüse, welcher zu einem richtig großen anschwillt. Hier findet man von Eimern, Schrauben, Kleidung, deftiger Wurst und Melonen alles.

Eines der Dinge die ich vermissen werde. Wann bekommt man in DT schon 5 Kilo Melonen für 1€ 🙁

Heute sind es noch genau 16 Tage bis es wieder ins geordnete Deutschland geht. War schon ein seltsames Gefühl, all unsere Küchenutensilien, die sich über das letzte Jahr angesammelt haben, in Bruders großes Auto zu stopfen…

„Vermisst du Deutschland?“, fragte mich eine nationale Freiwillige- nein, keines Weges. Aber ich brauche wieder Gesellschaft von Freunden und Familie. 🙂 Ein Land vermissen, ob das geht, weiß ich erst, wenn wir zurück sind.

Wie immer dürfen Rechtschreibfehler gefunden und behalten werden. Ansonsten Kritik und teilen immer gerne. Entschuldigt die komische Bildanordnung. Das will die Seite so. 🙁