Hey people from Germany!!! 🙂

Da wartet man ungeduldig 10 Wochen bis es endlich los geht, quĂ€lt sich durch Vorbereitungsseminare und plötzlich ist man schon 4 Tage in einem neuen Land, einem neuem „Zuhause“.

Eben noch, stand ich völlig ĂŒbermĂŒdet in Schönefeld auf dem Flughafen und nun sitze ich in unserer fertig eingerichteten Wohnung
 Ich bin mir noch nicht sicher, wie lange ich brauchen werde um das zu realisieren
 Aber vielleicht hilft mir das Schreiben hier ja, alles zu ordnen. Also beginnen wir mal ganz von vorn.

Nach dem ersten Hoch der allseits bekannten Motivationskurve, welches mit der Zusage mich beflĂŒgelte, kam lange Zeit eine Resignation. Da war das Abitur, ein wenig Urlaub und die bereits erwĂ€hnten Seminare in Dresden, die, abgesehen von den Abenden mit den anderen Freiwilligen, mitunter seeeehhhhr langatmig waren. Trotzdem hatten diese Tage etwas Gutes. Brachte das Treffen mit den internationalen Freiwilligen doch den ersten Kulturschock: Neben etwas anderen Trinkgewohnheiten und der Tatsache, dass eben nicht die ganze Welt BettbezĂŒge nutzt, erschrecke ich immer noch vor der Tatsache, dass scheinbar jede andere Kultur mehr lacht als wir Deutschen. Wahrscheinlich haben wir mehr geschockt, als uns bewusst war. Jedenfalls muss ich jetzt immer grinsen, wenn ich Indonesien oder Kolumbien sage :).

Der zweite Schock ereilte mich am Flughafen ChiƟinăus. Uns wurde erzĂ€hlt, dass das Land grau, arm und vor allem aus Sowjetzeiten geprĂ€gt ist. Doch wenn man Schönefeld mit dem Flughafen hier vergleicht fragt man sich schon ob das alles so passt.

NatĂŒrlich stimmt die Beschreibung an vielen Stellen. WĂ€hrend der langen Fahrt vom Flughafen zu unserer Einsatzstelle mit Yulia, eine der aufgeschlossensten Personen die ich kennenlernen durfte, sehen wir ChiƟinău von vielen Seiten. Die typischen hohen HĂ€user, welche die Bezeichnung NEUbau nicht verdienen, Obdachlose, die, wie Yulia berichtet, hĂ€ufig leimabhĂ€ngig sind und eine StVO die vor allem mit Hupen geregelt ist.

Das Stadtviertel in dem wir untergebracht sind ist dagegen ziemlich ruhig. Hier wohnen viele Familien mit Kindern, ĂŒberall werden neue Wohnungen gebaut. Was unsere Wohnung angeht, fĂŒhle ich mich nicht besonders gut. Wir haben gemeinsam ein Apartment, was fĂŒr zwei Personen einfach riesig ist. Zwei Schlafzimmer, KĂŒche, Balkon- einen Arbeitsweg von 10 Schritten, weil das GebĂ€ude zur Casa Providencei dazu gehört
 Wir haben einen Luxus bekommen, den wir nicht erwartet hatten und bei dem ich nicht weiß, womit ich ihn verdiene. (Wir hatten zwar ein paar Untermieter mit sechs Beinchen, aber der Empfang war so lieb und ich bin ja nicht alleine, also verrate ich das nicht ;))

Von meiner Arbeit kann ich noch nicht viel berichten, aber dafĂŒr von drei kleinen Abenteuern 🙂

1. Yulia zeigte uns die Innenstadt von ChiƟinău. Kennt ihr diese Bilder von vollen Bussen in Indien? Mit Tieren und GepĂ€ck bis oben hin, in einer schönen Kulisse? Sie haben bei mir immer Fernweh hervorgerufen
 Von nun an werden diese Bilder mich nur an Atemnot erinnern. Die Trolleybusse  (oder Oberleitungsbusse, eine nette Sowjeterfindung) transportieren zwar weder Tiere noch GepĂ€ck, doch sind so voll, dass man automatisch weiß, wann der Nachbar das letzte Mal geduscht hat und was es zum Mittag gab. Wer jetzt an das deutsche Voll denkt: nein, voller, glaubt mir.

2. Unser Bio-Markt ist kein Markt in dem Hipster oder junge MĂŒtter einkaufen sondern eine kleine Zeltstadt in der jeder der einen Garten hat Melonen, Knoblauch, Kartoffeln, Tomaten und was das GemĂŒseherz sonst so begehrt, verkauft. FĂŒr unseren ersten Einkauf (Kartoffeln, Knoblauch, Auberginen, Tomaten, Zitronen und Trauben) haben wir 40 Leu bezahlt. Das sind insgesamt ca. 2 Euro.

3. Der Gasherd zeigt wer wirklich kochen kann. Angesichts der verkohlten Zwiebel bin ich wohl durchgefallen.

Aber zur Not, ernĂ€hre ich mich ein Jahr von plăcintă, einem leckeren TeiggebĂ€ck mit verschiedensten FĂŒllungen.

So, dass soll es erst mal gewesen sein. Nur noch ein was
 Ich habe den Abschied von Zuhause nicht erwĂ€hnt. Danke an alle, die mich noch mal umarmt haben und „bis bald“ gesagt haben. Ich will nicht traurig sein. Deswegen fĂŒhre ich das nicht nĂ€her aus, z.B. was und wen ich vermisse. Ich weiß, dass ich BurgstĂ€dt und Deutschland das ich so oft wegen seines Spießertums verteufelt habe, hier schĂ€tzen lernen werde.