Willkommen im Jahr 2018 und bine ati veniti zurück in Chişinău !!!

Meine Verabschiedung kam ja ziemlich früh und apprupt. Ziemlich genau am 8. Dezember. Danach gingen Beschwerden ein, ich solle nicht so faul sein. Immerhin haben wir ja ein Projekt zu Weihnachten und sind hier. Haha Pustekuchen 😛 . Fake-news im Internet. Ich hoffe niemand ist jetzt sauer, dass ich diese Seite zur Unterstützung meiner Lüge gebraucht habe.

Unser Weihnachtsbaum auf Arbeit

Ihr erinnert euch sicher an Anfang Oktober, wo wir offenbart hatten, über Weihnachten hier zu bleiben? Nun, das war genau der Tag wo der Flug nach Hause gebucht wurde. Ich wollte meine Familie zuhause überraschen.

Deswegen wussten nur ein paar sorgfältig gewählte Personen von der kleinen großen Lüge.

Nun machte es meine Familie mir es vor den Festtagen enorm schwer. “ Komm doch nach Hause“ & “ Wir zahlen dir den Flug“ bis hin „Denk an deiner Schwester ihren Geburtstag und den guten alten Uropa“ . Naja das ist der Grund, weshalb ich nicht eher geschrieben habe.

Natürlich verpassten wir so unser Freiwilligenprojekt in der Casa, aber ich erfrage alles und berichte euch trotzdem. 🙂 Der Kummer über das Versäumte hielt eh nur Millisekunden denn die Freude auf Zuhause war riesig. Die dunkle Jahreszeit hatte mir zu gesetzt- häufig krank, alles so anders und alles grau.

Alte Freunde… 🙂

Die Überraschung hatte sich dann dafür aber gelohnt. Am 21.12.2017 standen wir 3:00 Uhr auf um unseren Flieger 7:30 zu erwischen. Es folgte eine Abenteuer-Taxifahrt durch den Schnee. Welcher Taxifahrer weiß nicht wo der Airport ist?! Naja wir steckten kurzzeitig in einem dunklen Hinterhof eines Privatgeländes fest und all meine Erfahrungen mit Taxi-Horrorszenarien kamen in mir hoch. Aber wie ihr seht: Ich lebe und quatsche noch genauso viel wie zuvor.

Der Flughafen in Chişinău ist super. Er ist relativ neu und war zu Weihnachten super schön belauschtet. Das ist ja aber nicht die Hauptsache. Im Gegensatz zu Schönefeld werden alle Schritte auf Russisch, Rumänisch und Englisch angesagt. Man weiß also wann man wo sein muss. Vom Flug kann ich euch keine schönen Bilder zeigen, nur von zurück, da ich es auf geheimnisvoller Weiße geschafft habe, den Start und den ganzen Rest zu verschlafen 🙁

In Schönefeld wollten wir eigentlich gleich den Rückflug antreten-um die 4h Wartezeit auf den Flixbus zu überbrücken, wollten wir nur was essen. Bei Andys Pizza kommen wir mit Getränke und Dessert auf nicht mehr als 15€. Ein pseudo Bio-Laden, welcher an Bahnhöfen und Flughäfen zu finden ist (Er ist Grün angezogen und kommt mit französischen Namen daher) wollte ein Drittel mehr. (Vertraut dem Bio nicht. Ist alles Nestle :O )

Kulturschock im eigenen Land. 😉

Zuhause wurde ich mit viel Erstaunen empfangen. Kurz zusammen gefasst, war mein Weihnachten wundervoll.

Versteht mich nicht falsch: Es sprach einiges dafür hier zu bleiben. Nachhause zu fahren bedeutet, das Heimweh und den Zweifel aufs engste herauszufordern. Aber der Gedanke an mein Bett und meine Familie, an Kartoffelsalat, an Gans, an den Weihnachtsmann und an meine Freunde besiegte jede Vernunft.

Das gestaltete die Heimreise ziemlich schwierig. Es hat natürlich so seine Vorzüge unabhängig zu leben. Jeder kennt die kleinen und großen Reiberreinen einer Familie. Aber jetzt war die Aufregung von August verschwunden, wir wussten ja wohin wir zurück kehren. Mich umfing eine enorme Welle des Zweifels. Warum bist du weg? Die kleinen spießigen Reihenhäuser empfingen mich mit einer einlullenden Wärme. Meine Freunde verbrachten den ganzen Abend mit Lachen als wir in der Gemeinde ankamen. Alles war so unglaublich: vertraut.

Es hatte sich nirgendwo was verändert. Oder doch? Da waren plötzlich Menschen, die meine Aufgabe übernommen hatten. Nur so ganz kleine Dinge… Und was war mit mir…immerhin bin ich doch gegangen, um mich zu entwickeln. Reichen dafür schon 4 Monate? Keiner meinte: Oh Franci, du bist aber gewachsen 😉 nicht mal einen Centimeter? :O ( Ich schreibe symbolisch, dass wisst ihr )

Auf nach Bukarest mit Felix und Acelya. Ihre Reise könnt ihr unter https://www.facebook.com/FelixGerber.Fotografie/ verfolgen.

Mir fiel das Lied von Passenger ein. In „let her go“ singt er :“ Only hate the road when you’re missing home“. Ja ich hasste die Ferne plötzlich,. Doch es gab ja einen Lichblick: Bukarest und Silvester mit unseren Freunden Felix und Acelya. Die beiden machen eine kleine Europareise durch Rumänien, Moldawien, Serbien, Montenegro und Spanien. Finde ich toll. Da kam die Lust langsam zurück in die Ferne zu blicken. Am 30.12.2018 ging es für uns von Nürnberg in die Hauptstadt Rumäniens, in welche ich mich sofort etwas verliebte. Wir kamen spät am Abend an und es war schon dunkel. Doch die Stadt erstrahlte in heller Weihnachtsdeko. Nach dem wir im IBIS unter gekommen waren (Zimmerwechsel, ich hasse Haare auf dem Bett) trafen wir noch 3 weitere Freiwillige unserer Organisation. Mir macht es immer viel Freude, mich mit anderen auszutauschen, die gleiche Erfahrungen machen wie ich. Leider sprachen alle 3 bereits besser Ungarisch bzw. Rumänisch als wir. Uns wurde einmal mehr bewusst, was der Personalwechsel bei uns am Anfang für Nachwehen hat: 2 Monate liefen wir einfach nur mit. Man sprach mit uns Englisch und erwartete Rumänisch zu lernen obwohl unsere Klienten Russisch sprachen. Wut stieg in mir hoch: Ich hatte angeboten Russisch zu lernen, aber man wollte das nicht. Nun ja, jetzt versuche ich die Defiziete aufzuholen, aber so was geht nun mal nur schleppend.

Palatul Parlamentului – Erbaut vom Diktator Ceausescu, ist das 2 größte Gebäude der Welt. Ein Drittel des Bruttosozialproduktes mehrerer Jahre gingen dafür drauf. Heute wir nur ein Bruchteil für das Parlament genutzt…War leider eins der geschlossenen Musen 🙁

Bukarest ist vom Baustil her auch sehr sozialitisch  geprägt.

Es weihnachtet noch…

Dennoch ist es wie Chisinau eine sehr grüne und lebendige Stadt. Leider hatten zu Neujahr alle Musen zu. Das hatten wir nicht erwartet, da im Osten sonst immer alles jeden Tag geöffnet ist. Nur nicht zu Neujahr. Deswegen beschlossen Alban und ich, noch mal vorbei zuschauen. Rumänien ist allgemein ein super schönes Land, da lohnt sich 2-mal Urlaub. Unseren Silvesterabend verbrachten wir ruhig. Etwas zu ruhig. Es war zwar geplant, im Hotel zu bleiben und von dort die Lichter zu betrachten (alles andere wäre voll und teuer geworden, was die Stadt eh schon ist) doch leider erwischte unsere Freundin die Diät-Krankheit. (TRINKT NIEMALS LEITUNGSWASSER).

Am 1.1.2018 sollte es abends 22:00 Uhr wieder nach Hause gehen. Also das Zuhause in Moldawien. Bisher hatten wir nie Probleme mit einem Busticket. Wir reservierten online Plätze und machten uns siegessicher auf den Weg zum Gara. Doch Pustekuchen. Die Reservierung hatten nicht funktioniert und saßen wir 2h fest um zu hoffen, dass der Nachtbus uns mitnehmen würde.Hier wären Russischkenntnisse mal wieder von Vorteil gewesen. Am Ende saß ich hinter einem Mann der gerne im Liegen Bus fuhr, und das Ziel hatte mir die Kniescheiben zu brechen. Acelya quetschte ihre Beine zwischen Notplatz und Armaturenbrett, Felix bekam den Aschenputtelplatz auf dem Fussboden. Alban hatte das größte Glück: Neben ihm saß eine männliche Kugel, er durfte mit einer ganzen Pobacke schwebend 9h durch die Nacht düsen. Aber wir sind ja für jedes Abenteuer dankbar 😉

In unsere Wohnung nahmen wir ein Taxi. Der Fahrer trug eine Weihnachtsmannmütze und in seinem Auto hingen goldene Girlanden: So macht ankommen Spaß.

Die Casa Providentei hat ihre Arbeit diese Woche wegen dem orthodoxen Weihnachten heruntergefahren. Wir waren nur zum 2. Essensdurchgang servieren und auch die KiTa hatte zu. Am Montag den 8.1.18 haben wir sogar ganz frei 😀 Es war super schön von unseren Küschenfrauen Doman Emilia und Natalia begrüßt zu werden. Sie freuten sich ehrlich über unsere Rückkehr.

Der Weihnachtsmarkt in Chisinau war wundervoll geschmückt und es gab live Volksmusik. Gut, dass ich sie nicht verstehe. Aber die Eindrücke waren toll. (Und der Glühwein auch)

Auch wenn mir manche Dinge auf den Keks gehen,ist mir die Stadt und ihre Menschen ans Herz gewachsen. Ich entwickle tatsächlich einen kleinen Nationalstolz. Wenn mir jemand kommt mit:“ Das Essen schmeckt nicht“ oder „Kenn ich schon“ oder gar „gefällt mir nicht“ fühle ich mich angegriffen.Während ich Zuhause Volkslieder nicht besonders gut leiden kann und den Stolz als Gefahr sehe, verstehe ich hier die Chance die viele in ihm sehen. Durch die hohe Abwanderung und die Orientierung am Westen verliert das Land ein Stück Kultur, wo es sich nicht bewusst ist wie wertvoll sie ist. Korigiert mich gerne wenn ihr das anders seht.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…

Ist schon komisch: vor einem am 12.01.17 sind Alban und ich nach Pappritz gedüst, furchtbar aufgeregt, wie den der ICE so tickt, was da für Leute sind. Es war super und es ist es immer noch. Ich würde nicht noch einmal ohne Ausbildung ins Ausland gehen. Ich zweifle noch immer häufig an mir selbst, aber ich denke, es ist alleine schon etwas Wertvolles eine Region zu besuche, welche von der Mehrheit gemieden wird. Ich werde mit diesem Jahr die Welt nicht retten, aber sie vielleicht etwas bunter machen. Wir sind dankbar gesund uns minter zurück kehren zu können.

Als nächstes freuen wir uns auf die Ukraine und planen langsam aber sicher unseren Sommerurlaub. Was denkt ihr was interessant ist? Die Karpaten in Rumänen? Oder doch lieber Bosnien- Herzegowina? Vielleicht Albanien?

Egal wie beruhigend Heimat sein kann, schätzen lernt mensch sie nur, wenn mensch geht.

Sera buna!